Ratgeber durchstöbern

Prüfe einen vermuteten Dezimaltrennzeichenfehler, bevor du einen Lebensmittelscan neu berechnest

Unterscheide 1,5 von 15 durch eine gezielte Bildprüfung und eine dokumentierte Korrektur, statt anhand erwarteter Nährwerte zu raten.

Ein fehlendes Dezimaltrennzeichen kann eine gescannte Menge verzehnfachen. Wirkt ein extrahierter Wert überraschend, prüfe die Originalzeile, bevor du ihn änderst. Plausibilität ist ein Anlass zur Prüfung, kein Beweis dafür, dass du weißt, was tatsächlich auf der Verpackung steht.

Isoliere das betreffende Zeichen

Öffne eine Nahaufnahme, die Nährstoffname, Zahl und Einheit zusammen zeigt. Halte daneben das Foto des gesamten Nährwertfelds bereit. Vergrößere das Originalbild, statt einen Screenshot wiederholt zu komprimieren. Bleibt das gedruckte Zeichen unklar, mache ein zweites Foto, auf dem die Spiegelung nicht mehr über dieser Zeile liegt.

In einem erfundenen Beispiel steht auf der Verpackung 1,5 g gesättigte Fettsäuren pro 30 g, der extrahierte Text lautet aber 15 g. Die korrekte Konzentration aus der lesbaren Verpackungsangabe beträgt 1,5 ÷ 30 × 100 = 5 g pro 100 g. Die falsche Übertragung ergäbe 50 g pro 100 g. Der zehnfache Unterschied ist eine Folge des Zeichenfehlers, kein unabhängiger Beleg dafür, welche Zahl stimmt.

Ersetze die Menge nicht durch den benachbarten Prozentwert

Ein Prozentwert neben der Menge gehört zu einem anderen Feld. Die FDA-Erklärung zum Daily Value unterscheidet Nährstoffmengen von ihren prozentualen täglichen Referenzwerten. Kopiere diesen Prozentwert nicht in das Mengenfeld, wenn du eine unleserliche Dezimalzahl rekonstruieren möchtest.

Wenn die gedruckte Menge 1,5 g beträgt und daneben ein Prozentwert steht, bewahre beide getrennt auf. Eine Prozentrechnung kann helfen, eine Unstimmigkeit zur weiteren Prüfung zu erkennen; gerundete Druckwerte müssen sich jedoch nicht exakt gegenseitig ergeben. Die lesbare Quelle bleibt die Grundlage einer Übertragungskorrektur.

Dokumentiere die Korrektur und ihre Auswirkungen

Erfasse die ursprüngliche Extraktion, den korrigierten Text, das Quellbild, den Zeilennamen und den Grund. Im Beispiel lautet der Grund: Dezimaltrennzeichen auf dem zweiten Foto sichtbar. Ergänze das Datum und kennzeichne die Korrektur als manuell. Bewahre die ursprüngliche Extraktion auf, damit eine prüfende Person nachvollziehen kann, was geändert wurde.

Suche dann alle Berechnungen, die die falsche Menge verwendet haben. Berechne den Wert pro 100 g und sämtliche Ergebnisse für eigene Portionsgrößen neu; korrigiere nicht nur die angezeigte Quellzeile. Enthält ein geteilter Vergleich noch den alten Wert, stelle eine klar datierte Ersatzfassung bereit.

Wenn kein Foto die Dezimalzahl klärt, lasse die Menge als nicht verfügbar stehen. Ein verlässlicher unvollständiger Datensatz ist besser als ein exakt wirkendes Ergebnis auf Grundlage eines geratenen Zeichens. Du kannst die Berechnung abschließen, sobald Verpackung oder Hersteller einen lesbaren Beleg liefern.

Quellen

Etiketten vergleichen
Alle Ratgeber ansehen